Erfahrungsbericht aus Paracatu

Ellen war 2017 zum Kurzaustausch in Brasilien.

25.06.2017, mein Austausch nach Brasilien begann. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich jedoch noch nicht was für eine tolle Zeit mich erwarten würde.

Völlig übermüdet aber trotzdem total aufgeregt und glücklich, endlich in Brasilien angekommen zu sein, traf ich am Flughafen auf meine Austauschpartnerin Ana und meinen Gastvater. Sie haben mich direkt sehr herzlich, wie es in Brasilien üblich ist, umarmt. Dann ging es auch schon weiter nach Paracatu, die Stadt in der ich fünf Wochen leben durfte. Es ist eine kleine Stadt in Minas Gerais, mit einer wunderschönen Altstadt. Bei dem Haus meiner Gastfamilie angekommen, habe ich auch meine Gastmutter und meinen Gastbruder kennen gelernt. Beim Mittagessen hat sich herausgestellt, dass von meiner Gastfamilie eigentlich nur meine Austauschschülerin Englisch sprechen kann. Jedoch kann mein Gastvater ein bisschen Deutsch, weil seine Familie vor 100 Jahren nach Brasilien ausgewandert ist. Erst hatte ich total Bedenken, dass es Probleme mit der Kommunikation zwischen mir und meinen Gasteltern geben könnte, aber mit Händen, Füßen, einem Handy und meinem kleinen portugiesisch Wortschatz hat es sehr gut geklappt. Am nächsten Tag hieß es dann um sechs Uhr morgens aufstehen, weil die Schule dort schon um sieben Uhr anfängt. Jeden morgen unter der Woche haben wir in einem Cafe gefrühstückt.

Der erste Tag in der Schule war aufregend, die Schule dort ist nicht sehr anders als hier in Deutschland. Aber ich musste eine Schuluniform tragen und die Lehrer dort sind mehr wie Freunde. Doch den Unterricht kann ich nicht ganz beurteilen, weil ich als ich ankam nicht wirklich portugiesisch verstand geschweige denn sprach. Mit der Zeit habe ich aber immer mehr verstanden, meine Hemmung überwunden und einfach drauf losgeredet. Die Schule ging jeden Tag bis ein Uhr. Meine Gastmutter hat uns immer von der Schule mit dem Auto abgeholt und ich habe dann jeden Tag Reis, Bohnen und Fleisch zum Mittag gegessen, fünf Wochen lang. Ich habe mich dran gewöhnt und es war nicht so schlimm, wie es sich vielleicht anhören mag.

Durch die Schule und meiner Austauschpartnerin bin ich sehr schnell in Kontakt mit vielen Leuten gekommen und generell bin ich eigentlich stark aufgefallen, weil ich die einzige Blonde an meiner Schule war. Ich habe mich dann oft mit meinen Freunden getroffen, wir sind Essen gegangen, waren in der Kirche, haben Pyjama Partys gemacht, waren shoppen und an den Wochenenden auf Partys. Früh hatte ich einen großen Freundeskreis, was daran lag, dass die Brasilianer sehr offen sind aber auch ich habe mich auf alles Neue eingelassen und so entstanden enge Freundschaften. Insgesamt musste ich drei Wochen lang zur Schule gehen. In der Zeit habe ich auch dreimal die Woche in einem Fitness Studio Capoeira gemacht. Dort war ich alleine mit Erwachsenen, die mir aber alle direkt ans Herz gewachsen sind.

Dann hatte wir zwei Wochen Ferien, in denen meine Gastfamilie mir die Stadt Belo Horizonte gezeigt hat, eine riesige Stadt! Aber auch eine von ihren insgesamt vier Farmen. Es war so beeindruckend, wie groß es war und wie anders es dort aussieht als in Deutschland. Auf der Farm sind wir mit einem Boot über einen riesigen Fluss gebraust und sind geritten. Am Ende meiner fünf Wochen in Paracatu haben meine Freunde und meine Familie eine Abschiedsparty für mich geschmissen. Es war ein wundervoller Abschluss. Es sind noch mal alle meine Freunde gekommen und wir haben viel gegessen, getanzt und gelacht. Als es spät abends dann wirklich Abschied nehmen von meinen Freunden hieß, sind dem ein oder anderen, mir eingeschlossen, die Tränen gekommen. Am nächsten Tag ging es aber für mich auch schon weiter nach RIO DE JANEIRO!

Die letzte Woche meines Austausches habe ich nämlich auf der sogenannten STEP Tour verbracht. Zuerst waren wir drei Tage in Rio, diese Stadt ist einfach magisch. Die Leute, das Wetter, der Strand und der Flair machen diese Stadt einzigartig. Wir waren auf dem Zuckerhut, von wo aus man eine atemberaubende Sicht auf ganz Rio hat und natürlich auch beim Christo, der in echt noch mal viel größer ist als auf den Fotos. Nach der großen Stadt ging es mit dem Flugzeug in ein riesiges Naturgebiet und zwar nach Foz do Iguazu. Die Wasserfälle sind einfach nur unglaublich schön und sehr groß. Wir waren auch noch für einen Tag in Argentinien, um die Wasserfälle von dort aus zu sehen und um uns ein kleines Dorf anzuschauen. Ebenso waren wir für einen halben Tag in Paraguay. Auf der Tour waren fast nur Deutsche, weshalb ich nicht wie sonst nur englisch und ein bisschen portugiesisch gesprochen habe, sondern fast nur Deutsch. Auch auf der Tour habe ich direkt tolle Freunde gefunden und es hat total Spaß gemacht, sich mit den anderen Austauschschülern über unsere Erfahrungen auszutauschen. Nach sechs Wochen Land und Leute wieder zu verlassen, die mir so sehr ans Herz gewachsen sind, fiel mir viel schwerer als jemals erwartet. Den allerletzten Tag in Brasilien habe ich mit meiner Gastfamilie in Brasilia verbracht. Alle waren traurig, dass die Zeit schon vorbei war, doch den letzten Tag haben wir noch mal genutzt um die Stadt zu sehen.

Alles in allem waren die sechs Wochen eine so unglaublich tolle Erfahrung, in der ich viel gelernt habe, über eine erst völlig neue Kultur, über mich und die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Ich bin Rotary und meiner Familie unendlich dankbar, dass ich das erleben durfte. Ich werde die Zeit in Brasilien nie vergessen! Doch so ganz ist mein Austausch ja noch gar nicht vorbei, denn im Dezember kommt meine Austauschpartnerin Ana für sechs Wochen zu uns und darauf freue ich mich schon riesig!

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