Wer kann am Schüleraustausch über Rotary teilnehmen?
Bewerben können sich Jugendliche, die aufgrund ihrer Persönlichkeits-entwicklung in der Lage sind, ein Jahr in einer zunächst unbekannten Kultur und Umgebung zu leben. Sie müssen zum Austauschbeginn (1. August) zwischen 16 und 18 Jahre alt sein und die 10. Schulklasse abgeschlossen haben. (Das heißt, die Bewerbung erfolgt zu Ende der 9. bzw. zu Beginn der 10. Klasse.) Für die Auswahl sind Qualifikations-kriterien, wie Schulleistung, Sprachkenntnis, die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen etc. maßgeblich. Die schulischen Leistungen müssen überdurchschnittlich sein.
Wann laufen die Fristen?
Die Bewerbungsfristen sind in den einzelnen Rotary Distrikten unterschiedlich. Sie beginnen teilweise bereits vor den Sommerferien und enden in einzelnen Distrikten oft schon im September. Der Austausch beginnt im Allgemeinen in der zweiten Julihälfte für Länder der Südhemisphäre und in im zweiten Augustdrittel für Länder der Nordhemisphäre. mit den Sommerferien. Der Austausch dieses Programms läuft immer über ein komplettes Jahr. (es gibt weitere Programme, die kürzer sind, das ist allerdings hier nicht behandelt.)
Welche Kosten entstehen?
Es entstehen ausschließlich sachbezogene Kosten. Dies sind im Einzelnen :
- ein Hin- und Rückflugticket vom nächsten deutschen Flughafen zu einem vom aufnehmenden Rotary Distrikt/Club geforderten Flughafen,
- eine Krankenversicherung im bzw. für das Gastland. Ausnahmen von der Versicherungspflicht sind grundsätzlich nicht möglich,
- die Einschreibgebühr in Höhe von 110,00 Euro, sowie die Kosten für die Vorbereitung auf den Austausch und die Ausstattung. Dies sind insbesondere: die Orientations, Broschüren und diverse Informations-Unterlagen, Porti und Telefon, die Visitenkarten, Anstecknadeln, ein Austausch Polo-Hemd, Landesfahne, die Abschluss-Orientation,
- einen dunkelblauen, einreihigen Blazer mit passendem/r Rock bzw. Hose. Die Blazer werden z. T. von den deutschen Distrikten gesammelt bestellt, die Kosten für Ausstattung und Organisation erhöhen sich entsprechend,
- die Aufnahme und Betreuung eines bzw. mehrerer ausländischer Schüler für den Zeitraum von insgesamt einem Jahr.
Die Reisen ins Gastland werden von erfahrenen Reisebüros organisiert.
Was wünschen wir uns von Ihnen als Eltern?
Seien Sie als Eltern bereit, ihr Kind für ein Jahr ins Ausland gehen zu lassen!
Wenn Sie als Eltern Ihr Kind für ein Jahr in den Austausch gehenlassen, dann bedeutet dieses für Sie einen gleichgroßen Schritt wie für Ihr Kind. Vielleicht ist Ihr Schritt sogar noch größer, denn Sie erkennen oder vermuten all die Veränderungen, die der Auslandsaufenthalt für Ihr Kind bringt. Darüber hinaus zeigt Ihr Kind eindeutig, dass es der täglichen elterlichen Fürsorge nicht mehr bedarf. Es hat sich ‚abgenabelt’, ist selbständig geworden und in der Lage, in einer zunächst unbekannten Umgebung eigenhändig Entscheidungen zu treffen.
Reduzieren Sie Telefonate und schreiben nur einmal wöchentlich ein Email. Ihr Kind braucht Sie in der Regel auch nicht, um Probleme zu lösen.
Was ist das Besondere beim Austausch über Rotary?
Rotary International ist keine Austauschorganisation, obwohl es das größte nichtkommerzielle Jugendaustauschwerk fördert und organisiert, das weltweit existiert. Die Grundlage für das Programm entspringt einem der Ziele Rotarys: zur Verständigung und zum Frieden unter den Völkern beizutragen.
Träger des Rotary Austauschs in Deutschland ist der Verein „Rotary Jugenddienst Deutschland e. V.“ vertreten durch den deutschen Rotary Club. Im Namen des Trägervereins schließen die beauftragten Rotarier die für den Austausch erforderlichen Verträge ab.
Die einzelnen Rotary Clubs führen den Austausch mit hohem Engagement bei der Betreuung und nicht als reine Vermittlungsinstitution. Alle an der Erfüllung des Austauschprogramms Beteiligten wirken ehrenamtlich mit. Durch die betreuenden Rotarier und die Gastfamilien wird jährlich eine uneigennützige Leistung für den internationalen Austausch erbracht, die mit weit über 50 Millionen US Dollar zu bewerten ist. Die Jugendlichen, die durch dieses Programm gefördert werden, sind in überwiegendem Maße keine Angehörigen von Rotariern.
Der Auslandsaufenthalt ist kein Sprachkurs. Sicherlich, man erlernt die Sprache seines Gastlandes. Sind bereits Kenntnisse vorhanden, so vertieft man diese und erreicht eine höhere Perfektion. Sprache erlernen ist aber eher ein notwendiges Beiprodukt und nicht das Ziel des Austauschs.