Mexikanisches Flair in Genthin

Seit dem vergangenen Sommer wohnt Antonio Arizpe aus Mexiko als Gastschüler in Genthin.

Eine Gitarre, ein Mikrofon und ein Lautsprecher, mehr braucht es nicht, um Zuhörer zu begeistern. Zumindest dann, wenn man so gut singen und Gitarre spielen kann wie Antonio Arizpe aus Mexiko. Egal ob er Folklore aus seiner Heimat präsentiert oder allbekannte traditionelle Lieder, der erst 17-Jährige ist schon ein waschechter Entertainer.

Genthinern im Gedächtnis geblieben

Dunkle Augen, dunkle Haare und ein ganz besonderer Schmelz in der Stimme, schnell sind besonders Frauenherzen aller Generationen erobert und die Männer staunen über die Professionalität der Darbietung. Auf diese Weise ist der junge Mann besonders in der Weihnachtszeit in Genthin aufgefallen. Ob beim Auftritt im Schulchor des Bismarck-Gymnasiums, wo er die 10. Klasse besucht, oder auf dem Weihnachtsmarkt, Antonio blieb in Erinnerung. „Ich bin mit Musik aufgewachsen und bin schon im Kindesalter aufgetreten“, erklärt er seine hohe musikalische Professionalität.

In seinem Elternhaus werde zudem viel gemeinsam musiziert. „Als wir kleine Kinder waren, hat uns unsere Mutter vor dem Einschlafen am Klavier vorgespielt“, erinnert er sich. Aufgewachsen ist Antonio in Monclova, einer Stahlstadt mit rund 315 000 Einwohnern im Norden Mexikos. Natürlich ist das beschauliche Genthin mit seinen rund 15 000 Einwohnern ein echter Kontrast zu der immer hektischen Großstadt.

Alles ist nah beieinander

Trotzdem gefalle es ihm gut, berichtet Antonio. „Hier kann man sehr gut Fahrradfahren und hat ganz viele Dinge ganz dicht beieinander“, findet er und ist überrascht von der deutschen Mentalität: „Ich habe vor meiner Reise gedacht, dass die Menschen in Deutschland sehr zurückhaltend wären, aber ganz im Gegenteil sind sie offen und freundlich. Schnell fand der 17-Jährige Anschluss.

„Er war gleich Teil unserer Gruppe, das war ganz unproblematisch“, berichten seine Genthiner Mitschüler.“ Dass Antonio Arizpe für ein Jahr im Jerichower Land lebt, ist dem Schüleraustauschprogramm des Rotary-Clubs Burg-Genthin zu verdanken. Dessen Austauschprogramm ermöglicht es, sowohl jungen Leuten aus Genthin ein Jahr im Ausland zu leben, als auch Jugendlichen aus dem Ausland das Jerichower Land kennenzulernen. Familie Gohr aus Genthin, bei der Antonio derzeit lebt, hat nur gute Erfahrungen mit diesem Programm gemacht. „Unsere Kinder haben an diesem Programm teilgenommen und wir waren bereits mehrfach Gasteltern.“

Schneefall war Erlebnis

Es sei auch für die Gastgeber eine bereichernde Erfahrung. „Wir lernen ebenfalls viel über das Heimatland unserer Gastkinder, das ist Völkerverständigung pur“, findet Beate Gohr. Ein besonderes Erlebnis war für Antonio nicht nur die Weihnachtszeit mit ihren Weihnachtsmärkten und Lichtern. „Besonders der erste Schnee war toll, wir haben einen Schneemann gebaut, das war ein echtes Wintererlebnis“, erzählt der junge Mann mit Begeisterung.

Wenig begeistert ist er allerdings über die Entwicklung, die das US-mexikanische Verhältnis derzeit nimmt. „Das ist kein gutes Thema“, sagt er und differenziert: Auch durch das Austauschprogramm habe ich junge Leute aus den USA kennengelernt, die sehr offen sind und sich auch nicht über die derzeitige Situation freuen.“ Es sei gut, dass er über soziale Medien Kontakt in die Heimat und zu seiner Familie halten könne, um zu wissen, was gerade passiere. Der junge Mann hofft, mit dem Jahr in Deutschland seine Kenntnisse der deutschen Sprache verbessern zu können. Unter anderem schreibt er seine Klassenarbeiten im Gymnasium in deutscher Sprache mit. Auch den Unterricht macht er ohne Unterschied mit. „Mir gefällt die deutsche Sprache.“

Vier Austauschüler zu Gast

Auch Kultur und Musik seien interessant. Wobei für den jungen Mexikaner dafür eher Beethoven und Bach stehen. Deutsche Spielfilme oder deutsche Popmusik sei in Mexiko so gut wie unbekannt. Bis auf eine Ausnahme: „Rammstein, die sind in Südamerika sehr populär.“ Antonio hofft, nach seinem Austauschjahr, die Hochschule in Mexiko erfolgreich beenden zu können, um möglicherweise als Student nach Deutschland zurückzukehren. „Das Austauschprogramm des Rotary-Clubs kann ich nur empfehlen“, sagt Antonio. Er sei in den vergangenen Monaten bestens betreut worden. Neben monatlichen Treffen mit anderen Austauschschülern stehe demnächst eine Tour in europäische Hauptstädte an, die bestimmt aufregend werde.

Stefan Karnop, Jugenddienstbeauftragter des Rotary-Clubs Burg-Genthin, freut sich über das Lob. Derzeit betreut er vier junge Leute, die aus Finnland, Argentinien und Brasilien stammen und derzeit im Jerichower Land leben. „Gleichzeitig haben wir die gleiche Anzahl von Schülern in die entsprechenden Ländern aus Deutschland entsandt“, berichtet Karnop.

Neue Anmeldungen möglich

„Ab sofort bis spätestens Pfingsten können sich Jugendliche, die im Landkreis Jerichower Land wohnen und heute die 9. Klasse des Gymnasiums besuchen, melden und ihr Interesse am Austausch im Schuljahr 2018/19 bekunden“, fügt der Jugenddienstbeauftragte hinzu. Voraussetzung sei, dass die Schüler im Sommer 2018 das 16. Lebensjahr vollendet haben. Weitere Informationen gibt es hier. Stefan Karnop ist unter der E-Mail-Adresse s.karnop@rotary-jd.de zu erreichen.

Quelle: volksstimme.de

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